Verfügbarkeit-Info

DSL ist in Deutschland die bei weitem vorherrschende (95%) Technik, wenn es um Breitband-Internetzugänge geht. Der für Kunden und DSL-Anbieter relativ geringe technische und finanzielle Aufwand ermöglicht eine preiswerte Bereitstellung des Internetzugangs mit akzeptablen bis komfortablen Geschwindigkeiten. Das gilt leider nur für etwa 85% der Bevölkerung, denen mindestens 1MBit/s praktisch bereitgestellt werden kann - eine DSL-Verfügbarkeits-Abfrage bei den großen Anbietern gibt aber immerhin ziemlich genau Auskunft darüber. Schließlich funktioniert die DSL-Technik nur bei einer guten Leitungsqualität, d.h. dass das mit einer gegenüber dem normalen Telefon oder ISDN wesentlich höheren Frequenz übertragene Signal auf der verwendeten Kupferleitung nicht zu stark gedämpft werden darf.

Je dicker das für DSL genutzte Telefonkabel, desto besser – je nach verwendeter Dicke dürfen lt. DSL-Spezifikationen (SDSL, ADSL,  ADSL2+ bzw. VDSL) bis zu 5 Kilometer Leitung bzw. 30dB Dämpfung zwischen DSL-Nutzer und DSL-Kopfstation des DSL-Anbieters liegen. Jedoch bedingt die durchschnittliche Leitungsqualität meistens eine Begrenzung auf 3 Kilometer bis zur Kopfstation. Diese 3 Kilometer sind aber in dünn besiedelten Bereichen, etwa in weit auseinandergezogene Dörfern oder kleineren, abgelegenen Bergdörfern, schnell erreicht, sodass dort meist kein DSL angeboten werden kann. Dazu können, bedingt durch das Übersprechen („Crosstalk“) zwischen den einzelnen Leitungen in einem Kabel, sowieso nicht alle Teilnehmer einer Kopfstation mit DSL versorgt werden. Es wird zwar versucht, Kunden, die zu weit weg von der Verteilstation wohnen, mit einem etwas aufgebohrtem ISDN-Modus zu einem breitbandähnlichen Zugang zu verhelfen („DSL light“: 384 bis 768kbit Downstream, 64kbit Upstream), aber vielen bleibt trotzdem nur der Rückgriff auf Zweikanal-ISDN oder andere, teils sehr teure Alternativen wie UMTS oder Satelliten-Downlink/ISDN-Uplink.

Die DSL-Anbieter mit eigener Infrastruktur zögern freilich, diese auch im ländlichen Raum z.B. mit einem weiteren DSL-Verteiler, besseren Kupferkabeln oder Signal-Regeneratoren besser auszubauen. Es ist für sie als am Profit interessierten Unternehmen schlicht nicht rentabel, beispielsweise eine neue, teure Verteilstation für nur einige wenige neue DSL-Kunden aufzustellen.

Die von der öffentlichen Hand vor einigen Jahren beschlossene Förderung des Breitbandausbaus im ländlichen Raum zeigt bisher nur wenige Erfolge, da die Fördersummen im Vergleich zu den Erschließungskosten bei kabelgebundenen Techniken zu gering sind. Einige positive Beispiele gibt es jedoch von Gemeinden zu vermelden, die sich durch pfiffige Eigeninitiative bspw. per WLAN oder WiMAX oder durch enge Kooperation mit einem Kabelfernseh- oder Telekommunikationsunternehmen zu einer besseren Kommunikationsinfrastruktur verholfen haben. Das Bundeswirtschaftsministerium hilft bei z.B. der Koordinierung solcher Initiativen.

Ein anderer Grund für die Nicht-Verfügbarkeit von DSL auch in größeren Städten ist die in den 1990ern erfolgte, aber nur teilweise Umstellung des Telefonnetzes auf Glasfaser bis ins Haus (OPAL). Obwohl damit sogar noch wesentlich höhere Datenraten als mit  Kupferkabeln erzielbar wären, kann hier kein DSL bereitgestellt werden. Jedoch werden dort, teils durch Glasfaser-Pilotprojekte, teils auch durch neue und bereits bestehende Kupferkabel DSL-Anschlüsse realisiert.