Seit der Versteigerung der UMTS-Lizenzen dürfte jeder Verbraucher den Begriff UMTS zumindest schon einmal gehört haben. Vor zehn Jahren brachte die Auktion der Lizenzen dem deutschen Staat eine beachtliche Summe in Höhe von fünfzig Milliarden Euro ein. Die Begriffserklärung „Unerwartete Mehreinnahmen zur Tilgung von Staatsschulden“ für UMTS durch den damaligen Finanzminister mag in der allgemeinen Wahrnehmung vielleicht den Nagel auf den Kopf getroffen haben, geht an den technischen Grundlagen aber vollkommen vorbei.
Die Abkürzung UMTS steht für Universal Mobile Telecommunications System und beschreibt einen Standard in der mobilen Kommunikation. Mithilfe von UMTS lassen sich aber nicht nur Sprach- oder Textnachrichten übertragen. Denn die große Stärke des UMTS-Standards ist die hohe Geschwindigkeit, mit der sich Informationen übertragen lassen. Anders als bei den Vorgängern der 2. Generation, deren Grenze bei 220 kbit pro Sekunde lag, kann mit UMTS bis zu 384 kbit pro Sekunde – also fast das Doppelte – an Daten übertragen werden. Dank des speziellen Datenübertragungsverfahrens HSDPA lässt sich die Übertragungsgeschwindigkeit noch einmal drastisch steigern – auf mehr als 14 Mbit pro Sekunde. Bezeichnet wird diese UMTS-Variante oft als 3G+ oder UMTS-Breitband.
Damit lassen sich nicht nur Telefonate führen, der UMTS-Standard ist die Voraussetzung für die Nutzung des mobilen Internets in seiner heutigen Form. Erst eine ausreichende Bandbreite macht den schnellen Aufbau der Seiten oder die Übertragung multimedialer Inhalte möglich. Anhand dieser Tatsache wird auch klar, wie wichtig UMTS für das moderne Kommunikationsbedürfnis vieler Verbraucher ist. In den großen Ballungsräumen ist UMTS mit HSDPA bereits dabei, teilweise den klassischen leitungsgebundenen Internetanschluss zu verdrängen. Und die Zahl der UMTS-Nutzer wächst ständig. Speziell die neue Handy-Generation der Smartphones setzt auf den Datenübertragungsstandard UMTS. Gleiches gilt für die immer weiter verbreiteten Surfsticks zur Nutzung des mobilen Internets.
Ein Nachteil des UMTS- bzw. 3G+-Standards betrifft die Verfügbarkeit. Ähnlich dem High-Speed-Internetanschluss VDSL steht das Breitband-UMTS nicht flächendeckend zur Verfügung. Speziell in dünn besiedelten Regionen Deutschlands können Besitzer eines 3G+-Handys in der Regel nur das einfache UMTS oder den GSM-Standard nutzen. Unter Umständen wechseln die Geräte sogar automatisch zu EDGE. Daher empfiehlt sich vor dem Kauf eines neuen Mobiltelefons oder eines Surfsticks die Suche nach entsprechenden Informationen über die Netzverfügbarkeit am Wohnort.
Im Zusammenhang mit UMTS und 3G+ lassen sich neben Telefonie und Internetnutzung aber noch andere Funktionen integrieren, etwa standortbasierte Dienste, auf welche die Software in den Endgeräten zugreifen kann. Hier wartet mitunter eine Kostenfalle auf UMTS-Kunden. Endgeräte wie Smartphones greifen unter Umständen automatisch auf die standortbasierten Dienste und das Internet zu. Um böse Überraschungen zu vermeiden, ist daher eine ausführliche Beratung über mögliche Kosten der UMTS-Nutzung und Gerätedetails erforderlich. Wer UMTS und dessen Breitbandvariante uneingeschränkt nutzen will, ohne sich dabei über die entstehenden Kosten Gedanken machen zu müssen, ist mit einer entsprechenden Flatrate gut beraten. Inzwischen werden UMTS-Flatrates durch die meisten Mobilfunkprovider zu einer akzeptablen Monatspauschale angeboten.