Bevor man einen DSL-Anschluss beantragen kann, muss zunächst einmal sichergestellt sein, dass diese Möglichkeit überhaupt besteht. Das mag vielleicht etwas merkwürdig anmuten, doch längst nicht überall bzw. nicht in jeder Region sind DSL-Zugänge verfügbar. Unter Umständen ist die Möglichkeit, mit DSL-Geschwindigkeit auf das Internet zuzugreifen, schlichtweg nicht gegeben.
Die Ursache ist in solchen Fällen von technischer Natur: Es gibt Regionen (teilweise ganze Landstriche sowie auch manchmal nur einzelne Stadteile), in denen die Telekommunikationsunternehmen vor einem Infrastrukturproblem stehen. In bestimmten Gegenden ist schlichtweg nicht die Infrastruktur vorhanden, die zur Bereitstellung von DSL-Zugängen benötigt wird. Den Anbietern sind somit die Hände gebunden: Entweder sie investieren viel Geld in eigene Netze oder sie bieten den dortigen Haushalten einfach kein DSL an. Nicht selten entscheidet man sich aus Kostengründen für die zweite Variante.
Generelle DSL-Verfügbarkeit sehr gut
Private Haushalte, die zum ersten Mal DSL beantragen möchten, sind teilweise äußerst verunsichert, weil sei schon von Fällen gehört haben, in denen kein DSL verfügbar gewesen ist. Allerdings kann bereits an dieser Stelle gesagt werden, dass es um die DSL-Infrastruktur in Deutschland äußerst gut bestellt ist. Der Großteil der Bevölkerung kann bereits seit Jahren die DSL-Technologie nutzen.
Die großen bzw. bundesweit tätigen DSL-Anbieter können eigenen Angaben zufolge bis zu 92,6 Prozent der Bevölkerung erreichen. Die Wahrscheinlichkeit, keinen DSL-Internetzugang zu erhalten, ist daher relativ gering. Zumal der DSL Ausbau in den vergangenen Jahren stark vorangetrieben wurde. Genau betrachtet gibt es nur noch sehr wenige, vor allem ländliche Gegenden, in denen kein DSL verfügbar ist.
Problemzonen mit fehlender DSL Infrastruktur
Unterschiedlicher könnten die Problemzonen, in den DSL-Anschlüsse nicht verfügbar sind, kaum sein. Überwiegend sind es ländliche Regionen, in denen die Telekommunikationsunternehmen kein DSL anbieten. Teilweise lohnt es sich für die Unternehmen nicht, wegen ein paar Haushalten mehrere Kilometer an Kabel zu verlegen. Interessanterweise können aber auch einzelne Großstadtbezirke betroffen sein: Während auf einer Straßenseite Highspeed-Internet wie VDSL verfügbar ist, kann auf der anderen Seite überhaupt nicht mit DSL gesurft werden. Das vermutlich bekannteste Beispiel für einen solchen Fall ist der Berliner Bezirk Pankow: In Teilen der Bundeshauptstadt ist trotz jahrelanger Proteste immer noch kein DSL verfügbar. Weitere Informationen zu diesem Fall sind auf der Website www.dslnachpankow.de zu finden.
Wer in solch einer Problemzone DSL nutzen möchte, steht vor einem ernsthaften Problem. So lange kein Ausbau des Netzes angekündigt ist, besteht keine Möglichkeit, einen DSL Anschluss zu erhalten, weil die Technik schlichtweg nicht mitspielt. Dann bleiben nur Alternativen, wie beispielsweise der Internetzugang per UMTS bzw. Mobilfunk.
Infrastruktur entscheidet auch über die DSL Geschwindigkeit
Die technische Infrastruktur bzw. die vorhandenen Telefonleitungen entscheiden im Übrigen nicht nur darüber, ob ein DSL Internetzugang verfügbar ist. Sofern diese Möglichkeit existiert, beeinflusst die Infrastruktur auch die maximal nutzbare DSL-Geschwindigkeit.
Interessanterweise haben die DSL-Anbieter vor allem mit den neueren Telefonleitungen, besonders den Glasfaserleitungen, die während der früheren 1990er Jahre verlegt wurden, zu kämpfen. Dort kann es vorkommen, dass teilweise nur DSL 2.000 verfügbar ist. Die Gewinner in Sachen Geschwindigkeit leben größtenteils auf dem Lande. Die ländlichen Regionen, die erst vor kurzem erschlossen wurden, verfügen häufig über eine sehr moderne Infrastruktur, sodass DSL 8.000 und teilweise sogar DSL 12.000 verfügbar ist.
Lediglich was Highspeed-Internet bzw. DSL 16.000 betrifft setzen die Provider ganz klar auf die Großstädte. Weil sie dort mit geringen Kosten eine Vielzahl an Haushalten erreichen können, sind die schnellsten Internetzugänge fast ausschließlich in ausgewählten Stadtteilen der Großstädte verfügbar. Bis Highspeed-Internet per VDSL bundesweit bzw. flächendeckend verfügbar ist, werden aller Voraussicht nach noch einige Jahre vergehen.
Verfügbarkeit von DSL überprüfen
Wer in Erfahrung bringen möchte, ob an seinem Wohnort oder auch an jeder anderen beliebigen Adresse DSL nutzbar ist, kann dies schnell herausfinden. Um diese Frage zu klären, bleibt nur eine Möglichkeit: Es gilt einen DSL Verfügbarkeits-Check zu machen. Alle DSL-Anbieter offerieren auf ihren Webseiten entsprechende Tools.
Weil die Deutsche Telekom nach wie vor der mit Abstand größte Netzbetreiber in Deutschland ist, bietet es sich an, mit deren Tool die DSL-Verfügbarkeit zu überprüfen. Die Angabe der jeweiligen Adresse in Verbindung mit der Telefonnummer – sofern diese vorhanden ist - reicht aus, um innerhalb weniger Sekunden eine Verfügbarkeitsprüfung durchzuführen. Über http://www.telekom.de/dsl-verfuegbarkeit geht es zum DSL Verfügbarkeits-Check der Deutschen Telekom.
Übrigens: Falls man noch keine Telefonnummer zur Hand hat (beispielsweise weil ein Umzug vorgesehen ist) ist es auch möglich, einen DSL Anbieter telefonisch zu kontaktieren und in Zusammenarbeit mit einem Hotline-Mitarbeiter eine manuelle Prüfung durchzuführen