Die Bezeichnung DSL ist für viele Verbraucher inzwischen genauso selbstverständlich wie der Begriff Smartphone und wird im Alltag immer wieder benutzt, ohne groß darüber nachzudenken. Was sich aber tatsächlich hinter den drei Buchstaben DSL verbirgt und wie weit der Weg von der analogen Telefonie bis zur heutigen Datenübertragung war, wissen nur wenige Verbraucher.
Hinter der Abkürzung DSL verbirgt sich der englische Begriff Digital Subscriber Line und wird mit „digitaler Teilnehmeranschluss“ ins Deutsche übersetzt. Seine Aufgabe ist die schnelle Übertragung von größeren Datenmengen zwischen der Vermittlerstelle und dem Nutzer. Wie viele andere Übertragungsverfahren nutzt auch DSL ein festgelegtes Frequenzspektrum. Im Gegensatz zu analogem Telefonanschluss oder ISDN steht für den Informationsaustausch über DSL aber ein wesentlich breiteres Frequenzspektrum zur Verfügung. Dieses sogenannte Frequenzband wird in mehrere Subkanäle aufgeteilt, über die parallel Daten verschickt werden können. Die Aufteilung des Frequenzbands wird als Discrete Multitone Transmission bezeichnet. Aus der Breite des Frequenzbandes und den einzelnen Subkanälen ergibt sich die maximale Datenübertragungsrate. Während für ältere DSL-Verfahren nur bis zu 256 Subkanäle zur Verfügung standen, ist deren Zahl heute auf mehrere Tausend gewachsen. Moderne DSL-Anschlüsse, wie sie heute von vielen Netzbetreibern angeboten werden, ermöglichen für den Downstream – die Datenübertragung zum Nutzer – eine Übertragungsrate von bis zu 24 Mbit pro Sekunde. Für den Informationsaustausch in die Gegenrichtung – den Upstream – steht dagegen nur eine Übertragungsrate von bis zu 1 Mbit pro Sekunde zur Verfügung. Diese DSL-Variante wird aufgrund des Ungleichgewichts auch als ADSL oder asymmetrisches DSL bezeichnet. Sind Hin- und Rückkanal gleich groß, spricht man dagegen vom symmetrischen DSL oder SDSL.
Durch die hohe Bandbreite und die Aussparung des Telefonkanals hat DSL in den vergangenen Jahren zu einem grundlegenden Wandel im Alltag geführt. Einerseits sind die Anschlüsse heute wesentlich erschwinglicher als noch vor zehn oder fünfzehn Jahren und haben dank ihrer weiten Verbreitung das Kommunikationsverhalten verändert. Auf der anderen Seite sorgt der stetige Netzausbau für eine Zunahme bei der Bandbreite. Damit verändert DSL nicht nur das Surfverhalten vieler Nutzer. Auch der Konsum medialer Inhalte hat sich in den vergangenen Jahren zunehmend verändert. Dank hoher Übertragungsraten lassen sich inzwischen auch Fernsehprogramme mittels DSL übertragen. Sender und Netzbetreiber träumen bereits davon, die Interaktivität des Internets und das klassische Fernsehen zusammenzuführen und die Vorteile beider miteinander zu kombinieren. Und die nächste DSL-Generation steht schon in den Startlöchern. Mit VDSL lassen sich Übertragungsraten von bis zu 100 Mbit pro Sekunde realisieren. Möglich macht diese beeindruckende Übertragungsrate eine Frequenzbandbreite von 30 Mhz.
Um DSL und dessen Vorteile nutzen zu können, ist allerdings spezielle Hardware notwendig. Mithilfe von DSL-Modems und Routern werden die Daten adressiert und moduliert. Nutzer müssen sich unter Umständen erst diese Hardware beschaffen, um den DSL-Anschluss verwenden zu können. Und auch die hohe Bandbreite hat einen Nachteil – das Signal wird mit zunehmender Entfernung von der Vermittlerstelle schwächer. Daher ist die tatsächlich empfange Bandbreite oft niedriger als die versprochene Übertragungsrate – sehr zum Ärger der Verbraucher.